Bilder auf Websites einbinden: Das erlauben Creative Commons und Public Domain

Stimmung erzeugen mit Fotografien (Ryan McGuire, www.gratisography.com)

Das Internet ist ein visuelles Medium. Um Interesse zu wecken und Kaufanreize zu schaffen, kommt man nicht umhin, Grafiken oder Fotos zu verwenden. Bilder sagen mehr als tausend Worte: Sie schaffen Atmosphäre und erzeugen Stimmung, besser als eine nüchterne Textwüste. Doch wie kommt man an gutes und kostenfreies Bildmaterial für die eigene Website? Auf was muss man achten, um nicht wegen Urheberrechtsverletzung belangt zu werden?

Zu einfach wäre es, die Google-Bildersuche zu bemühen und sich ein passendes Bild herauszupicken, welches man in die eigene Website einbaut. Oder man sieht ein tolles Bild auf einer Website und bettet es schnell in die eigene ein. Doch das kann teuer werden. Im schlimmsten Falle erhält man eine Abmahnung und muss tief in die Tasche greifen. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

Kann oder möchte man kein Geld für Stockfotos ausgeben, gibt es im Netz genügend Quellen, um kostenfrei an gutes Bildmaterial zu kommen (Linktipps am Ende des Artikels). Diese Bilder sind von den Urhebern unter bestimmten Bedingungen zur Verbereitung und Verwendung freigegeben worden, oft auch für kommerzielle Zwecke. Um späteren Ärger zu vermeiden, sollte man die gängigen Lizenzen kennen und sich daran halten. Dann kann man sich gezielt auf Bildersuche machen.

Hier folgen die wichtigsten Lizenzen und deren Nutzungsbedingungen:

Public-Domain

Bei Public-Domain-Bildern handelt es sich um Gemeineigentum. Das sind Aufnahmen, deren Schutzfrist in einem bestimmten Land (meistens in den USA) abgelaufen ist. Das trifft auch auf Bilder von amerikanischen Regierungsbehörden zu, die keinen Copyright-Schutz haben. Werke, deren Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tode des Urhebers abgelaufen ist, gehören ebenfalls dazu.

Vergleichbar ist das mit der europäischen Gemeinfreiheit. Allerdings sind die Lizenzen nicht identisch, und gelten auch nicht in jedem Land. Bilder aus den USA können dort „gemeinfrei“ sein, aber in Deutschland wegen internationaler Abkommen noch Urheberrechtsschutz genießen.

Kann man diese Bilder bedenkenlos verwenden?

Pubilc-Domain-Bilder können generell ohne Nennung des Urhebers zu jedem beliebigen Zweck verwendet werden. Doch man sollte auch hier Vorsicht walten lassen und bei jedem Bild nochmals die Lizenz prüfen. Bei manchen Bildern muss man die Lizenz nennen oder den Namen des Urhebers.

Creative Commons

Creative-Commons-Lizenzen (Screenshot www.creativecommons.org)

Bei Creative Commons handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation aus den USA. Diese Organisation hat verschiedene Lizenzverträge veröffentlicht, mit denen ein Urheber relativ leicht Nutzungsrechte an seinen Schöpfungen gewähren kann. Insgesamt gibt es sechs Creative Commons-Kernlizenzen, die die Verwendung unterschiedlich stark regelementieren:

Namensnennung
CC BY

Das ist die freieste Creative Commons Lizenz. Sie erlaubt Verbreitung, Verbesserung und Aufbau des Werkes, auch für kommerzielle Zwecke. Der Urheber der Originals muss immer genannt werden.

Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen
CC BY-SA

Sie erlaubt Verbreitung, Verbesserung und Aufbau des Werkes, auch für kommerzielle Zwecke. Der Urheber des Originals muss immer genannt werden und ein daraus entstehendes neues Werk muss unter der selben Lizenz veröffentlicht werden. Diese Lizenz wird von der Wikipedia eingesetzt.

Namensnennung – Keine Bearbeitung
CC BY-ND

Diese Lizenz erlaubt die Verwendung des Werkes für kommerzielle und nicht-kommerzielle Zwecke. Man darf die Schöpfung nicht verändern und der Urheber muss genannt werden.

Namensnennung – Nicht kommerziell
CC BY-NC

Sie erlaubt Verbreitung, Verbesserung und Aufbau des Werkes für nicht-kommerzielle Zwecke. Der Urheber des Originals muss immer genannt werden. Das daraus entstehende Werk muss nicht unter der selben Lizenz veröffentlicht werden.

Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen
CC BY-NC-SA

Sie erlaubt Verbreitung, Verbesserung und Aufbau des Werkes für nicht-kommerzielle Zwecke. Der Urheber des Originals muss immer genannt werden und das daraus entstehende Werk muss unter der selben Lizenz veröffentlicht werden.

Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung
CC BY-NC-ND

Diese Lizenz schränkt die Verwendung am meisten ein: Die Schöpfung darf lediglich heruntergeladen und verteilt werden, aber nicht verändert. Das Werk darf nur für nicht-kommerzielle Zwecke verwendet werden. Der Namen des Urhebers muss genannt werden.

Einfach selbst fotografieren?

Eigenes Bildmaterieal für Website erstellen (Ryan McGuire, www.gratisography.com)

Wenn einem das alles zu umständlich ist, liegt der Gedanke nahe, selbst zur Kamera zu greifen. Doch auch hier gibt es Fettnäpfchen. Fotografiert man Personen, muss man sich vor Veröffentlichung deren Einverständnis holen (am besten schriftlich). Auch wenn man bekannte Gebäude fotografiert braucht man die Genehmigung des Eigentümers, wenn man diese Bilder veröffentlichen möchte.

Wenn möglich sollte man Aufnahmen von fremden Personen, Fahrzeugen oder bekannten Gebäuden vermeiden. Dann ist man mit eigenen Fotos auf der sicheren Seite, denn hier hat man die Urheberrechte selbst.

Fazit

Jedes Bild im Netz gehört zu jemandem. Bei professionellen Aufnahmen hat ein Fotograf viel Zeit, Energie und oft auch Geld investiert, um genau dieses perfekte Bild einzufangen. Er hat das alleinige Urheberrecht. Manche Urheber stellen ihre Bilder zur freien Verfügung, manche unter bestimmten Bedingungen.

Immer muss man sich vor Verwendung genau über die Lizenz informieren und im Zweifel nachfragen oder auf ein anderes Bild zurückgreifen.

Hier folgen ein paar Links zu Quellen für Bildmaterial:

Public Domain:

Pixabay
Picjumbo
New Old Stock
Wikimedia Commons

Creative Commons:

Unsplash
Gratisography
Jeshoots
ISO Republic

Public Domain und Creative Commons:

74 Quellen für freie Stockfotos von canva.com