Facebook Seite – Ja oder Nein?

Social Media auf Facebook

Von allen Seiten hört man von Social Media Marketing. Wenn man in dem Medium nicht oft unterwegs ist, steht man der Sache anfangs etwas skeptisch gegenüber. Groß ist die Befürchtung, Kunden mit öden Postings zu vergraulen oder gar unbeabsichtigt einen „Shitstorm“ loszutreten – immerhin steht der gute Ruf der Firma auf dem Spiel. Und man muss sich auch erstmal im Alltagsgeschäft die Zeit dafür abringen oder Mitarbeiter damit betrauen. Dennoch lohnt es sich, abzuwägen, ob dies auch für das eigene Unternehmen sinnvoll wäre. Facebook bietet mit einer Facebook Seite Möglichkeiten, sich auch als Unternehmen darzustellen.

Der Erfolg oder Misserfolg einer Facebook Seite hängt nicht nur vom eigenen Verhalten, sondern auch von der Zielgruppe ab. Zuerst muss herausgefunden werden, ob Kunden und potentielle Neukunden in dem Netzwerk überhaupt aktiv sind.

Ist Ihre Zielgruppe auf Facebook aktiv?

Laut einer Studie von Forrester aus dem Jahre 2013 wird Facebook nur von 2% der Entscheidungsträgern in Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern geschäftlich genutzt. 42% der Entscheider sind rein privat in dem Netzwerk unterwegs. Die restlichen 37% nutzen Facebook sowohl privat als auch geschäftlich. (Quelle: marketingcharts.com). Aktuellere Zahlen liegen leider nicht vor, da Facebook die Erfassung von Nutzerzahlen inzwischen unterbunden hat. Jedenfalls kann man daraus ableiten, dass sich eine Facebook Seite nicht eignet, um Entscheidungsträger in Unternehmen zu gewinnen.

Die letzten Daten der gesamten Facebook-Nutzerschaft in Deutschland sind vom 15.06.2013, demnach hatte das Netzwerk zu diesem Zeitpunkt 26.000.000 Nutzer (Quelle: allfacebook.de). Über aktuelle Zahlen kann nur spekuliert werden, auch weil Facebook wegen Verstößen gegen deutsches und europäisches Datenschutzrecht in die Kritik geraten ist. Nutzer, die um ihre Privatsphäre besorgt sind, haben sich von Facebook bereits verabschiedet.

Man kann an diesen Zahlen ablesen, dass Facebook überwiegend privat genutzt wird. Die größte Altersgruppe bilden Nutzer im Alter zwischen 25 und 34 Jahren (Quelle: statista.com, Januar 2014). Sie tauschen sich dort mit Freunden und Familie aus. Interessantes, Originelles und Lustiges wird geteilt und kann einen viralen Effekt haben. Wenn man Endverbraucher in dieser Altersgruppe erreichen möchte, ist das eine gute Plattform.

Nicht ohne gewissen Aufwand zu realisieren

Eine Facebook Seite ist schnell angelegt. Doch gilt es den Account auch zu pflegen und regelmäßig Neuigkeiten zu posten, welche die Aufmerksamkeit der Fans erregen und sie zum Teilen animiert. Am Besten geht das, wenn man authentisch ist und den Fans Einblicke in den Firmenalltag gewährt. Das erzeugt Nähe. Die Inhalte sollten anschaulich (ggf. mit Bildern) aufbereitet sein, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Genauere Informationen können dann auf der Unternehmenswebsite bereitgestellt werden. Idealerweise werden Mitarbeiter einbezogen, die sich auch privat gerne mit dem Medium beschäftigen, und mit Facebook Seiten vertraut sind.

Fettnäpfchen vermeiden

Wie bei einer Website gilt auch bei einer Facebook Seite die Impressumspflicht.

Die anhaltenden Verstöße gegen deutsches und europäisches Datenschutzrecht von Facebook sollte man immer im Hinterkopf behalten. Nicht umsonst erhielt das Unternehmen im Jahre 2011 den Big-Brother-Award u. a. wegen „gezielter Ausforschung von Menschen und ihrer persönlichen Beziehungen“ wie auch Datensammelei und -speicherung auf amerikanischen Servern (Quelle: bigbrotherawards.de). An allen dort hochgeladenen Inhalten verliert man sämtliche Rechte.

Fazit

Als Unternehmer lohnt es sich, einen Blick auf die Marketingmöglichkeiten einer Facebook Seite zu werfen. Man kann diesen Kanal nutzen, um die eigene Bekanntheit zu steigern und neue Kunden zu gewinnen.

Ebenso bietet sich eine Facebook Seite für schnellen Support an, um den Service für Kunden und Geschäftspartner zu verbessern. Auch kann man Kunden mit kurzen Nachrichen auf der Facebook Seite zur eigenen Website locken, um dort weitergehende Infos anzubieten.

Allerdings ist das nur von Erfolg gekrönt, wenn man den Account regelmäßig pflegt. Man sollte sich auch immer zweimal überlegen, was man für Informationen bereitstellt, da man mit dem Hochladen die Rechte an Facebook abtritt.

Die eigene Facebook Seite ist nur ein Teil der Unternehmenskommunikation im Internet, sie ist keinesfalls ein Ersatz für eine professionelle Website, die für Suchmaschinen optimiert wurde. Idealerweise wertet man die Facebook Seite mit professionellen Titel- und Profilbildern immens auf, um sie passend zur eigenen Website zu gestalten und den Wiedererkennungswert zu steigern.
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