Google Update: Vollbild-Overlays negativ für mobiles Website-Ranking

Im April diesen Jahres hat Google bereits ein erstes Update ausgerollt, welches für Mobilgeräte optimierte Websites in der mobilen Suche bevorzugt. Ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit für mobile Surfer folgte am 2. November: Seiten mit einem Page-Overlay werden nicht mehr als mobil-freundlich angesehen.

Aufdringliche Werbung vermiest den Surfspaß (Foto: Viktor Hanacek, www.picjumbo.com)

Mit Page-Overlay (Seiteneinblendung) sind Fenster gemeint, die sich bei Aufruf der Seite oder auch nach einer bestimmten Verweildauer öffnen und den Seiteninhalt komplett verdecken. Diese Seiteneinblendungen enthalten meistens Werbung, einen Aufruf, sich für den Newsletter anzumelden oder auch die Aufforderung, sich eine App herunterzuladen.

Im Beitrag auf Google+, der die Algorithmus-Änderung mitteilt, ist speziell von Page-Overlays die Rede, die Besucher zum Installieren einer App veranlassen sollen. Doch vermutlich sind alle Arten von Seiteneinblendungen gemeint. Denn egal, welchen Zweck der Seitenbetreiber verfolgt: Die Page-Overlays stellen in jedem Fall eine Störung dar und unterbrechen den Lesefluss, insbesondere auf Mobilgeräten. Im schlimmsten Fall ist der Haken zum Schließen der Einblendung so klein, dass man ihn mit dem Finger kaum trifft. Das verärgert zusätzlich. Eben solche negativen Benutzererfahrungen möchte Google den eigenen Nutzern ersparen und beruft sich dabei auf eine eigene Fallstudie.

Fallstudie zeigt höhere Abbruchrate durch Seiten-Overlays

Google hat auf der mobilen Website des sozialen Netzwerkes Google+ eine Fallstudie durchgeführt. Hier erschien beim Aufrufen eine Seiteneinblendung, die für die Google+ App warb und einen „Get App“-Button zum Download anbot. Neun Prozent der Besucher drückten den Download-Button. Zunächst eine gute Klickrate, doch hier sind auch Besucher dabei, die die App bereits haben oder den Download-Prozess vielleicht garnicht beenden. Ganze 69% haben die Seite gleich wieder verlassen, ohne den App-Store oder Google+ zu besuchen. Das fiel mehr ins Gewicht, da für Google eine positive Benutzererfahrung wichtiger ist, als möglichst viele App-Downloads zu erzielen.

Daraufhin wurde die Seiteneinblendung durch ein weniger aufdringliches App-Banner ersetzt. Das wurde durch einen Anstieg von 17% aktiver Nutzer auf der mobilen Website belohnt. Die App-Installationen sanken hingegen „nur“ um zwei Prozent. Grund genug für Google, die Page-Overlays für immer von ihren Websites zu verbannen.

Diese Erkenntnisse lässt Google nun auch in die mobile Suche einfließen. Denn die Nutzer der Suchmaschine sollen möglichst nur Websites präsentiert bekommen, die ein positives Surferlebnis bieten. Webseitenbetreibern wird geraten, Seiteneinblendungen durch unaufdringlichere Banner zu ersetzen.

Fazit

Auch dieses Jahr hat die „Unterwegsnutzung“ des Internets in Deutschland laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015 wieder um fünf Prozent zugenommen. 30,7 Millionen (55%) greifen mittlerweile unterwegs auf Netzinhalte zu. Um dieser wachsenden Internetnutzung von Smartphones und Tablets aus zu begegnen, verbessert Google die Benutzererfahrung der mobilen Suche kontinuierlich.

Die Fallstudie von Google hat gezeigt, das aggressivere Werbung mit Seiteneinblendungen zwar mehr geklickt wird, im Gegenzug werden aber auch eine große Menge an Surfern verprellt, die sich nur umschauen wollten. Durch das aktuelle Update werden diese allzu aufdringlichen (Werbe)-Einblendungen abgestraft.

Das soll Websitebetreiber weiterhin dazu animieren, guten Inhalt bereitzustellen, anstatt auf aggressive Werbung zu setzen. Davon profitieren alle: Den Besuchern bietet sich ein besseres Surferlebnis und der Websitebetreiber hat mehr von wirklich interessierten Besuchern, die sich freiwillig und ohne Drang zum Newsletter anmelden oder sich etwas downloaden.