Google wird konkret: „mobile-friendly“ Websites ab April bei mobiler Suche bevorzugt

Nutzer der Webmaster Tools werden auf Probleme mit mobiler Nutzerfreundlichkeit hingewiesen

Websites, die für mobile Endgeräte optimiert sind, werden ab 21. April in den mobilen Suchergebnissen bevorzugt. Das kündigte Google im Februar in einem Beitrag im Webmaster-Zentrale Blog an. Die Rankings in der Desktop-Suche bleiben (vorerst) davon unberührt.

Es gab genügend Vorboten

Im November 2014 wurde in den mobilen Suchergebnissen den optimierten Websites ein Label „Für Mobilgeräte“ hinzugefügt. Somit wird der Suchende dabei unterstützt, sich gezielt optimierte Internetseiten herauszusuchen. Etwa zeitgleich tauchte in den Google-Webmaster-Tools unter der Rubrik „Suchanfragen“ ein neuer Menüpunkt „Benutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“ auf. Klickt man darauf, erhält man Informationen über die Fehler bezüglich der Benutzerfreundlichkeit (sofern vorhanden) und es wird angezeigt, wie viele Seiten betroffen sind. Zudem werden Webmaster in einer E-Mail darauf hingewiesen, „Probleme der mobilen Nutzerfreundlichkeit“ zu beheben. Google bietet umfangreiche Informationen an, um welche Fehler es sich handelt, und wie man diese beheben kann.

Immer mehr mobile Surfer

Da immer mehr Nutzer mit Ihrem Smartphone ins Internet gehen, passt das Unternehmen nun die Algorithmen an die neuen Bedingungen an und holt schon frühzeitig die Webmaster mit ins Boot. Es wird ein Test auf Optimierung der Mobilgeräte bereitgestellt, hier kann man Websites auf mobile Tauglichkeit testen. Bei PageSpeed Insights gibt es schon seit Längerem einen zusätzlichen Reiter für Mobilansicht.

Um Missbrauch zu vermeiden, spart Google ansonsten mit Informationen über bevorstehende Updates. Doch die Verbesserung der Nutzererfahrung auf mobilen Endgeräten scheint ein besonderes Anliegen zu sein. Die termingenaue Ankündigung erfolgte vielleicht auch, weil ein größerer technischer Aufwand dahinter steckt, eine Website für mobile Endgeräte zu optimieren. Oft artet das in einen Relaunch aus, hierfür hat nicht jeder das Fachwissen oder die Zeit und muss Profis beauftragen.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Wie schneidet die Website mobil ab? (fotolia.de – © pizuttipics)

Zuerst sollte man prüfen, wie die Website in den mobilen Suchergebnissen abschneidet, hierfür kann man die schon oben erwähnten Tools von Google verwenden: Test auf Optimierung der Mobilgeräte und PageSpeed Insights. Es gibt auch zahlreiche andere Werkzeuge im Netz, um die Tauglichkeit zu testen. Doch da Google in Deutschland momentan Marktführer ist, scheint es sinnvoll, diese Tools heranzuziehen. Wenn die Website gut abschneidet, kann man sich auf seinen Lorbeeren – vorerst – ausruhen.

Ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, ist zu prüfen, wie viele mobile Surfer auf dem eigenen Webauftritt überhaupt zugange sind. Wenn man Daten von Google Analytics hat, lässt sich das leicht herausfinden. Unter „Zielgruppe“ gibt es den Menüpunkt „Mobil“, hier kann man sich anzeigen lassen, wie viele Besucher mit Desktop-PC, Mobilgerät oder Tablet auf der Website waren, in konkreten Zahlen und prozentual.

Auch falls die Zahlen bisher noch für den Desktop-PC sprechen, sollte man sich dennoch Gedanken über die Optimierung machen und rechtzeitig planen. Denn der Trend zur mobilen Nutzung wird sich wohl nicht mehr umkehren.

Google bevorzugt Websites, die auf einer URL liegen. Somit sollte bei einem Relaunch Responsive Webdesign bevorzugt werden. Das ist auch die offizielle Empfehlung von Google, wobei man nach dem „mobile first“-Prinzip vorgehen soll.

Fazit

Das Update zeigt, dass Google konsequent auch die mobile Nutzererfahrung verbessert, vielleicht auch um Marktanteile in anderen Ländern zu gewinnen. Denn nur in Deutschland ist Google unangefochtener Marktführer, gerade in den USA und Russland haben andere Suchmaschinen große Anteile. Da kann es entscheidend sein, Trends rechtzeitig zu erkennen und danach zu handeln.

Das gilt nicht nur für Google: Wenn man die eigene Website responsive macht, ist das eine Investition in die Zukunft. Verschläft ein Konkurrent den Trend, kann man Vorteile daraus ziehen.