Newsletter zum Erfolg führen Teil 1 – rechtliche Aspekte beachten

Mit einem gut gemachten Newsletter können aus Interessenten leichter Kunden werden. Auch deshalb ist der Newsletter das erfolgreichste Werbemittel im Netz. Kein Wunder: Die Kosten sind überschaubar, es können mit einem Versand viele Interessenten und Kunden angesprochen werden und der Erfolg ist genau messbar. Welcher Newsletter wurde am häufigsten geöffent? Wie viele Websitebesucher oder Käufe resultieren daraus? So kann man das Werbemittel immer mehr optimieren, um noch mehr herauszuholen. Doch es gibt einiges zu beachten, schließlich sollen die Leser sich nicht gleich wieder abmelden. Zudem lauern rechtliche Stolperfallen.

In dieser zweiteiligen Artikelserie behandle ich zunächst die rechtlichen Erfordernisse, die beachtet werden müssen. Im nächsten Teil geht es darum, welche weiteren Faktoren einen Newsletter erfolgreich machen.

Die rechtlichen Grundlagen sind auch ein Erfolgsfaktor, sie dienen nicht nur dazu, Abmahnungen zu vermeiden. Ist das Angebot seriös und wird der Datenschutz ernstgenommen, fasst der Besucher Vertrauen und ist eher bereit, seine E-Mail-Adresse anzugeben. Folgende rechtliche Anforderungen sollten daher erfüllt werden:

Kein Versand ohne ausdrückliche Einwilligung

Hierzulande wird von den Gerichten das sogenannte Double-Opt-In Verfahren gefordert. Das bedeutet, dass der Abonnent sich zunächst zum Newsletter anmeldet. Dann bekommt er eine Bestätigungsmail in der er das Abonnement mit Klick auf einen Link bestätigen muss. Wird dieser Link nicht geklickt, wird die E-Mail-Adresse auch nicht in den Newsletter eingetragen. Das vermeidet eine automatische Eintragung durch Dritte oder unerwünschte Zusendung.

Bei der Auswahl der Newsletter-Software sollte man gleich darauf achten, dass diese dieses Verfahren unterstützt. Zudem sollte man die freiwillige Eintragung protokollieren, nur so hat man einen rechtssicheren Beweis falls man tatsächlich einmal vor Gericht landen sollte.

E-Mail-Adressen aus dem Kundenstamm mit Vorsicht behandeln

Adressen von bereits vorhandenen Kunden dürfen nur unter relativ strengen Bedingungen ungefragt in den Verteiler aufgenommen werden. Diese sind im UWG § 7 Abs. 3 geregelt und lauten in Kurzform etwa so:

  • Die Adresse hat man vom Kunden erhalten auf Grund einem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen
  • Es darf lediglich für Waren und Dienstleistungen geworben werden, die den früheren verkauften Produkten oder Dienstleistungen ähnlich sind
  • Der Kunde hat der Verwendung nicht widersprochen
  • Der Kunde ist beim Erheben seiner E-Mail-Adresse darauf hingewiesen worden, dass er der Verwendung widersprechen kann

Diese Bediungen sind wohl selten alle erfüllt. Zudem möchte man die wertvolle Kundenbeziehung nicht durch unaufgeforderte Mails belasten. Besser ist es daher, den Kunden aktiv auf den Newsletter hinzuweisen.

Nur wirklich notwendige Daten abfragen

Beim Anmeldeformlar des Newsletters ist die Versuchung groß, mehr Daten als nötig abzufragen. Gerade wenn man einen personalisierten Newsletter betreiben möchte. Rein theoretisch genügt die E-Mail-Adresse. Möchte man noch weitere Daten abfragen, wie Name oder Adresse, dürfen das keine Pflichtfelder sein. Das ist im Bundesdatenschutzgesetz § 3a geregelt. Der Besucher muss also die Möglichkeit haben, den Newsletter nur mit Angabe seiner E-Mail-Adresse abonnieren zu können.

Pflichtinformationen bereitstellen

Vor dem Abo eines Newsletter muss der Interessent über Inhalt und Häufigkeit des Newsletters unterrichtet werden. Zudem muss er über die Möglichkeit informiert werden, sich jederzeit abmelden zu können. Damit wären wir schon beim nächsten Punkt:

In jedem Newsletter Abmeldemöglichkeit anbieten

Der Abonnent muss in jedem Newsletter einen Abmeldelink vorfinden. Üblicherweise wird dieser im Fußbereich unter den Impressumsangaben platziert. Es muss jederzeit und ohne Umwege möglich sein, sich wieder vom Newsletter abzumelden.

Impressumspflicht gilt auch im Newsletter

Wie auch bei Websites gilt beim Newsletter der §5 Telemediengesetz: Im Fußbereich des Newsletters müssen die gleichen Angaben gemacht werden, wie im Impressum der Website. Es ist hierbei nicht geregelt, in welcher Form das geschehen soll: Rein theoretisch könnte auch ein Link zum Impressum der Website genügen. Doch wirkt es seriös, diese Angabe direkt im Newsletter zu machen. Zudem soll der potentielle Kunde es auch möglichst einfach haben, Kontakt aufzunehmen.

Datenschutzerklärung anpassen

Wenn der Newsletter zu Werbezwecken genutzt wird, muss das auch in der Datenschutzerklärung zum Ausdruck kommen. Oft finden sich hier Standardfloskeln, dass die Kundendaten ausschließlich genutzt werden, um einen Kaufvertrag abzuwickeln. Bei einem Newsletter ist das nicht so, daher sollte die Datenschutzerklärung entsprechend angepasst werden.

Urheberrechte bei Bildern beachten

Den Newsletter mit Bildern anzureichern macht ihn ansprechender. Doch auch wie bei Verwendung der Bilder auf der eigenen Website muss man sich auch hier an die Nutzungsrechte halten. Wichtig ist hierbei, dass das Bildmaterial für kommerzielle Zwecke eingesetzt werden darf. Oft wird auch die Nennung des Urhebers und/oder der Quelle verlangt. Vor dem Einsatz sollte man die Lizenz des Bildes genau prüfen und ggf. die entsprechenden Angaben machen.

Gesamtpreise nennen

Werden Preisangaben im Newsletter gemacht, gilt auch hier die Preisangabenverordnung. Daher müssen genaue Angaben über die entstehenden Kosten gemacht werden um Preiswahrheit und Preisklarheit zu wahren. Dazu gehören etwaige Versandkosten und dass der Preis die Mehrwertsteuer enthält. So soll gewährleistet werden, dass der Kunde Preise vernünftig vergleichen kann.

Fazit

Der Newsletter ist eine effiziente Möglichkeit, sich bei Interessenten oder Kunden regelmäßig in Erinnerung zu bringen. Diese Tipps helfen dabei, ihn rechtssicher zu gestalten. Einer der wichtigsten Punkte hierbei ist, das Double-Opt-In-Verfahren einzuhalten. Denn in Zeiten massenhaften unseriösen Spams bekommt niemand gerne unaufgeforderte Werbung/Mails. Obwohl es eine rechtliche Grauzone bei Bestandskunden gibt, ist es auch hier ratsam, das gleiche Verfahren wie für „Fremde“ anzuwenden. So gibt es wenig Grund zur Abmahnung.

Das war der erste Teil der zweiteiligen Artikelserie, wie man Newsletter zum Erfolg führt. In Teil zwei geht es um weitere Erfolgsfaktoren, die dazu beitragen, Leser zu gewinnen und zu halten.