Vorsicht Fettnäpfchen: Impressumspflicht für gewerbliche Social Media Profile beachten

Abmahnungen vermeiden in geschäftlichen Social Media Profilen (Foto: Ryan McGuire, www.gratisography.com)

Nach mehreren Abmahnwellen (und darauffolgenden Urteilen) gilt die Impressumspflicht nicht mehr nur für kommerziell genutzte Websites, sondern auch für geschäftlich genutzte Profile in Social Media Netzwerken. Dabei kann nicht nur ein fehlendes, sondern auch ein fehlerhaftes Impressum abgemahnt werden. Es können bis zu 1.000 € Abmahnkosten fällig werden, bei erneutem Verstoß sogar die doppelte Summe.

Teilweise reagieren die Betreiber der Social Media Plattformen und richten gesonderte Bereiche für das Impressum ein. Doch gerade bei amerikanischen Anbietern fehlen diese Möglichkeiten, da die Impressumspflicht nur in der EU gilt. Hier muss man sich anderweitig behelfen. Doch es findet sich auch dort ein gutes Plätzchen, wenn man die Anforderungen beachtet.

Pflicht geregelt im Telemediengesetz

Welche Angaben man machen muss, kann man im Telemediengesetz §5 Abschnitt 2 genau nachlesen.

Grundsätzlich soll das Impressum

leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar

sein.

  • Leicht erkennbar macht man es, indem man es als „Impressum“ kennzeichnet, oder auch „Kontakt“. Die Bezeichnung „Info“ z. B. genügt nicht.
  • Mit unmittelbar erreichbar ist gemeint, dass nicht mehr als zwei Klicks nötig sind, um an die Informationen zu gelangen.
  • Ständig verfügbar heißt in diesem Zusammenhang, dass es auf der Startseite ersichtlich sein sollte und der Besucher nicht erst danach suchen muss. Zudem muss es abrufbar sein, ohne dass man im betreffenden Netzwerk einen Account hat oder eingeloggt ist.

Link genügt in der Regel

Hat man eine eigene Website, genügt es, im Profil einen Link zum Impressum auf der Website einzubinden. Doch der Link muss direkt zum Impressum führen (also nach zwei Klicks erreichbar) und als solcher gekennzeichnet sein. Entweder muss im Link das Wort „Impressum“ vorkommen (example.de/impressum.html) oder es muss ein Hinweis vorangestellt werden (Impressum: example.de/entsprechender-link.html)

Diese Vorgehensweise ist ratsam, da bei Änderungen nicht alle Profile angepasst werden müssen. Zudem möchte man den Fokus in den Profilen nicht auf die Pflichtangaben setzen.

Hat man keine eigene Website, müssen die Angaben vollständig in den Profilen eingegeben werden.

Im Folgenden gehe ich auf die Besonderheiten der einzelnen Netzwerke ein, und wie man jeweils das Impressum platziert:

Facebook

Auf Grund einer Abmahnwelle im Jahre 2008 hat Facebook inzwischen eine Rubrik fürs Impressum in den Profilen eingefügt. Somit muss man sich nicht mehr mit extra installierten Tabs oder sonstigen Notlösungen behelfen.

Impressum in Facebook einbinden

In der Infobox links gibt es einen Eintrag „Impressum“, der gleich bei Aufruf der Seite zu sehen ist. Klickt man darauf, gelangt man zum Reiter Info. Dort gibt es in der Mitte eine Rubrik, in der man sein Impressum oder den Link hierzu einfügt.

zu Beachten für Appnutzer

Das im Profil eingegebene Impressum ist in manchen Facebook-Apps nicht sichtbar, vor allem, wenn diese auch direkt aufgerufen werden können. Hier muss das Impressum ggf. noch gesondert in der App angegeben oder verlinkt werden.

XING

Auch in XING gibt es nach mehreren Urteilen inzwischen eine gesonderte Rubrik fürs Impressum.

Impressum in XING einbinden

Persönliches Profil

Ruft man sein persönliches Profil auf, findet man rechts oben unter den Einstellungen einen Reiter „mehr“. Mit Klick darauf sieht man u. a. den Menüpunkt „Impressum bearbeiten“, hier kann man sein Impressum eintragen oder verlinken. Kommt nun ein externer Besucher auf ihr Profil, sieht er statt „mehr“ einen Link „Impressum von Vorname Nachname“.

Unternehmensprofil

Betreibt man ein Unternehmensprofil auf XING, darf auch hier der Hinweis aufs Impressum nicht fehlen. Doch es gibt bisher noch keinen gesonderten Bereich, deshalb fügt man es am besten in der Rubrik „Über uns“ ein. Wer ganz sicher gehen möchte, platziert es im oberen Bereich, denn bei Aufruf des Profils werden nur die ersten acht Zeilen angezeigt. Den Rest sieht man erst nach einem Klick auf „mehr“.

Bildquellenangaben nicht vergessen

Ist das Profil mit (fremden) Bildern gestaltet worden, darf man nicht vergessen, die Bildquelle zu nennen. Diese trägt man am besten direkt unter der Impressumsangabe im Profil ein.

Twitter

Beim Kurznachrichtendienst Twitter ist der Platz sowieso begrenzt. Hier fügt man einen Link zum Impressum im Feld „bio“ ein. Dazu loggt man sich im Profil ein und klickt auf „Profil bearbeiten“. „bio“ ist das Feld gleich unter dem Namen und dafür vorgesehen, etwas über sich selbst zu schreiben. Ergänzend sollte man darunter den Link zum Impressum einfügen. Mit Klick auf „Änderungen speichern“ ist das Ganze erledigt.

Bei Mobilgeräten kann es allerdings vorkommen, dass die URL zum Impressum abgeschnitten wird, wenn sie zu lang ist. Das hat zur Folge, dass der Link nicht aufgerufen werden kann. Dem kann man vorbeugen, indem man nach Twitter-Manier eine verkürzte URL einfügt. Die URL zum Impressum kann man u. a. mit folgendem Dienst kürzen: bitly

Google+

Auch hier wird vom Anbieter bisher kein gesonderter Bereich für Impressen bereitgestellt.

Impressum in Google+ einbinden

My Business-Seite

Bei einer Unternehmensseite fügt man es im Reiter „Info“ ein. Dazu klickt man nach dem Login und Aufruf der zu bearbeitenden Seite im Dashboard auf „bearbeiten“ und scrollt herunter zum Bereich „Einführung“. Unter den Infos über das Unternehmen sollte hier der Link zum Impressum platziert werden.

„Privates“ Profil geschäftlich genutzt

Nutzt man keine Unternehmensseite sondern ein herkömmliches Profil geschäftlich, fügt man das Impressum im Bereich „Über mich“ ein. Dazu ruft man den entsprechenden Reiter auf und bearbeitet die Box „Geschichte“. Bei „Über mich“ in der Mitte findet man einen Bereich mit kleinem Editor, der es ermöglicht, einen Link zum Impressum einzubetten.

LinkedIn

Anders als bei XING gibt es im Business-Netzwerk LinkedIn keinen extra Bereich zum Einfügen des Impressums.

Impressum in LinkedIn einbinden

Das persönliche Profil

Hier fügt man das Impressum bei den Kontaktdaten unter dem Profilfoto ein. Dazu muss man diesen Bereich zunächst aufklappen, im Bereich „Webseiten“ wählt man bei den Drop-Down-Feldern „Sonstiges“ aus und bekommt nun ein weiteres Feld. Hier trägt man „Impressum“ ein und dahinter den eigentlichen Link. Nach dem Speichern ist der Link auch sicht- und aufrufbar, wenn man nicht eingeloggt ist.

Unternehmensprofil

Es verhält sich wie bei Google+: Man muss sich selbst ein Plätzchen suchen, wo das Impressum leicht zugänglich und gut auffindbar ist. Bei LinkedIn passt es am besten in den Bereich „Unternehmensbeschreibung“. Wer ganz sicher gehen möchte, fügt es im oberen Bereich ein, so kann es sicher nicht übersehen werden.

Unternehmensblog

Betreibt man einen Unternehmensblog, hat man mehr Möglichkeiten zur Ausgestaltung als in einem Social-Media-Profil mit vorgegebenem Muster. Die Blogsoftware ermöglicht es in aller Regel, eine eigene Seite für das Impressum anzulegen, das sollte man auch tun. Hier bleibt genügend Raum, um das vollständige Impressum anzugeben.

Fazit:

Betreiber von in der DACH-Region verbreiteten Social-Media-Netzwerken bieten teilweise schon Lösungen zur Platzierung des Impressums an. Bei Google+, Twitter und LinkedIn muss man sich bisher selbst einen Platz dafür suchen, wenn man das Profil geschäftlich nutzen möchte.

Weicht der (Firmen)Name des Social Media Profils von dem der Website ab, auf die im Impressum verlinkt ist, sollte man auf der Website darauf hinweisen. Das kann so geschehen: Auf der Impressumsseite folgenden Text platzieren. „Impressum gilt auch für:“ und hier die betroffenen Profile einfügen und verlinken.

Zudem sollte man von Zeit zu Zeit nachprüfen, ob das Impressum oder der Link dorthin in den Profilen noch korrekt angezeigt wird. Durch Änderungen der Betreiber kann es vorkommen, dass es plötzlich nicht mehr gut genug erkennbar oder erreichbar ist.