Was genau ist Webdesign?

Webdesign ist eine Disziplin des Mediendesigns. Kern des Webdesigns (oder auch Webgestaltung) ist, Websites für das Internet zu erstellen. Dazu gehört eine benutzerfreundliche Struktur für die Internetseite zu schaffen und die Funktion zu gewährleisten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die grafische Ausgestaltung unter Berücksichtigung des Corporate Designs des Kunden. Webdesign prägt das Erscheinungsbild des Internets und ist, diesem Medium entsprechend, eine junge Disziplin.

Unzählige (mobile) Endgeräte

Durch die schnelle Entwicklung des Internets sind auch Webdesigner diesen Veränderungen unterworfen, das erfordert ständige Lernbereitschaft und Flexibilität. Ein herkömmlicher Designer weiß vorher millimetergenau, wie groß der Flyer oder das Plakat wird, für das er gestaltet. Die Auflösung steht ebenfalls von vorneherein fest und die Dateien kann er gleich ensprechend anlegen. Und genauso wie er das Produkt nach dem Druck vorfindet, landet es auch in den Händen des Kunden.

Als Webdesigner weiß man nie so genau, auf welchen Medien die fertige Internetpräsenz nachher betrachtet wird. So manche Minderheit surft vielleicht noch mit einem Uralt-Browser, der Transparenzen in Grafiken nicht darstellen kann (Tendenz fallend). Der nächste Besucher hat einen High-End-PC-Monitor im 16:9 Format und mit 4K-Auflösung. Ein anderer Surfer nutzt von unterwegs aus ein modernes Tablet oder auch ein Smartphone mit hochauflösendem Retina-Display. Gleichzeitig sollen auch Blinde und Sehbehinderte auf der Website zurechkommen.

Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, muss man am Puls des Internets sein. Der Webdesigner muss wissen, welche Browser hauptsächlich verbreitet sind und was diese können, welche Bildschirme und Geräte momentan Standard sind usw. Ebenfalls müssen die Bedürfnisse der Zielgruppe des Kunden berücksichtigt werden. Diese können ggf. vom Standard abweichen.

Webdesign für viele mobile Endgeräte
Ein Webdesigner muss sämtliche Endgeräte berücksichtigen (fotolia.de – © Rawpixel)

Was muss ein Webdesigner können?

Es gibt keinen Ausbildungsberuf als Webdesigner. Oft spezialisieren sich Grafiker, Mediengestalter oder Informatiker in diese Richtung, da sie sich in Teilbereichen schon auskennen. Das restliche Wissen eignen sie sich autodidaktisch an. Auch als ambitionierter Quereinsteiger kann man sich dieses Wissen aneignen.

Grundsätzlich sollte ein Webdesigner folgende Kenntnisse mitbringen:

  • HTML (browserübergreifend) zur Strukturierung des Inhalts
  • CSS (browserübergreifend) zur grafischen Gestaltung des Inhaltes
  • Bildbearbeitungsprogramme
  • HTML-Editoren
  • Barrierefreiheit und Benutzerfreundlichkeit im Internet
  • Suchmaschinenoptimierung
  • Eines oder mehrere Content Management Systeme
  • Datenbanken
  • evtl. PHP zur serverseitigen Programmierung und für CMS

Diese Liste kann noch beliebig erweitert werden. Manche Webdesigner erstellen dynamische Webanwendungen, hierfür brauchen Sie Kenntnisse in JavaScript, Node.js und PHP oder weiteren serverseitigen Programmiersprachen. Eventuell brauchen sie auch SQL, wenn sie mit Datenbanken arbeiten wollen.

Kein geschützter Begriff

Webdesigner
Webdesigner bei der Arbeit (fotolia.de – © Rawpixel)

Von privaten Bildungseinrichtungen oder bei den Industrie- und Handelskammern werden auch Lehrgänge zum „Webdesigner“ angeboten. Deren Qualität schwankt allerdings, da der Beruf keiner gesetzlichen Regelung unterliegt, und niemand kontrolliert, ob das Angebot auch sinnvoll ist. Meist sind die Kurse meines Erachtens zu kurz, um umfassend zu sein und eignen sich bestenfalls als Einstieg. Solche Kurse sind ja auch einer gewissen Trägheit unterworfen. Erlerntes kann nach Lehrgangsende in dieser schnellebigen Branche schon wieder veraltet sein.

Aufgrund dieser Gegebenheiten variiert die Qualität von Webdesignern extrem. Der Begriff ist nicht geschützt. Prinzipiell kann man sich schon Webdesigner nennen, wenn man mit einem Homepage Baukasten eine Website zusammenschustert. Hier entscheidet dann der Markt was sich durchsetzt. Als Kunde sollte man sich über die Kompetenz des Webdesigners vor Beauftragung informieren und sich unbedingt seine Referenzen ansehen.
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