Website-Geschwindigkeit messen mit diesen drei Online-Tools

Niemand besucht gerne eine Website, die ewig zum Laden braucht. Umfragen haben ergeben, dass 40 Prozent der Besucher eine Website verlassen, wenn die Ladezeit drei Sekunden übersteigt. Auch das Navigieren durch eine Website ist mühsam, wenn nach jedem Seitenwechsel erst wieder „nachgeladen“ werden muss. Das ermüdet die Besucher und macht sie weniger aufnahmefähig für die dargebotenen Informationen. Eine langsame Website lässt manche Surfer zudem auf ein weniger hochwertiges Angebot schließen.

Doch die Schnelligkeit einer Website ist nicht nur ein Qualitätsmerkmal sondern auch Rankingfaktor. Darauf gehe ich in diesem Artikel zunächst kurz ein, dann stelle ich die aus meiner Sicht drei wichtigsten Online-Tools zur Geschwindigkeitsmessung einer Website vor.

Rankingfaktor in Suchmaschinen

Suchmaschinen haben die Wichtigkeit von Performance für die Benutzerfreundlichkeit längst erkannt und ihre Algorithmen dementsprechend angepasst. Im Jahre 2010 hat z. B. Google die Performance offiziell zum Rankingfaktor erklärt.

Noch wichtiger wird das in Zeiten mobiler Internetnutzung. Auch hier zieht Google die Daumenschrauben weiter an. Seit April 2015 werden „mobile-friendly“ Websites offiziell in den mobilen Suchergebnissen bevorzugt. Seit Mai 2016 werden weitere Updates ausgerollt, die die Relevanz dieses Rankingsignals erhöhen.

Da auf mobilen Endgeräten oft kein schnelles Internet verfügbar ist, muss bei der Optimierung besonders auf schnelle Ladezeit geachtet werden. Ist die eigene Website in den mobilen Suchergebnissen langsam, springen Besucher mit Smartphones und Tablets schneller ab. Das wiederum führt zu einem schlechteren Ranking.

Wie schnell ist die eigene Website?

Es gibt zahleiche Online-Tools, um die Geschwindigkeit der eigenen Website zu messen. Allen voran PageSpeed Insights des Suchmaschinenriesen Google. Doch auch andere Werkzeuge sind hilfreich, da sie andere Schwerpunkte setzen und detailiertere Informationen bieten. Das ermöglicht optimale Ergebnisse.

Hier stelle ich die aus meiner Sicht drei wichtigsten Tools vor.

PageSpeed Insights

PageSpeed Insights unterscheidet zwischen mobil und Desktop

Für den deutschen Markt liefert Google´s PageSpeed Insights wichtige Anhaltspunkte. Da diese Suchmaschine hierzulande den größten Marktanteil hat, ist es naheliegend, zunächst dieses Tool zu Rate zu ziehen.

Die Ergebnisse werden in „Mobil“ und „Desktop“ aufgegliedert. So hat man auch gleich einen Überblick über die Performance auf mobilen Endgeräten. Ist das Ergebnis grün hinterlegt, kann man zufrieden sein, Gelb geht gerade noch so. Ist das Ergebnis rot, sollte man etwas tun und die Hinweise, die man unter den Ergebnissen findet, umsetzen. Die serverseitige Komprimierung zu aktivieren und den Browser-Cache zu kontrollieren bringen schon einiges.

Doch sollte man immer auch auf die „gefühlte“ Ladezeit achten. Mir ist es schon passiert, dass eine Optimierung zwar ein besseres PageSpeed-Ergebnis brachte, die Website dann aber beim Aufruf erheblich langsamer war. Hier ist natürlich die „tatsächliche“ Ladezeit als wichtiger einzustufen.

GTmetrix

Bei GTmetirx können die Ergebnisse mehrerer Websites miteinander verglichen werden.

Der Performance Report von GTmetrix ist sehr ausführlich. Es werden sowohl Ergebnisse von PageSpeed Insights als auch von YSlow einbezogen. Man erfährt die Ladezeit der Website in Sekunden, die Dateigröße und die Zahl der Anfragen. Besonders hilfreich sind die kleinen Pfeile neben den Ergebnissen, die anzeigen, wie die Website im Vergleich zum Durchschnitt abschneidet. Grün ist gut, Orange ist durchschnittlich und rot verbesserungswürdig. Fährt man mit der Maus darüber, erhält man die genauen Durchschnittswerte.

Unten findet man die Ergebnisse von PageSpeed und YSlow noch einmal detailiert dargestellt. Die Einstufung erfolgt sowohl farblich als auch mit US-amerikanischen Schulnoten A-F. Mit Klick auf die einzelnen Posten erfährt man, welche Dateien das Problem verursachen und was man tun kann. Ein Wasserfalldiagramm kann man sich ebenfalls anzeigen lassen.

Oben rechts gibt es Buttons, um die ganzen Daten als pdf zu exportieren. Interessant ist die Möglichkeit, Websites miteinander zu vergleichen.

WebPagetest

WebPagetest unterscheidet zwischen dem ersten Aufruf einer Website (First View) und weiteren Besuchen (Repeat View)

Auch hier werden die Ergebnisse in Farben und amerikanischen Schulnoten dargestellt. Mit Klick auf die einzelnen Noten gelangt man an ausführlichere Informationen.

Interessant sind hier die detaillierten Infos zur Ladezeit. Es wird z. B. nicht nur die Ladezeit beim ersten Aufruf ermittelt: Direkt darunter findet sich eine Spalte mit „Repeat View“. Dort findet man die Zeit, die benötigt wird, um die Website aus dem Browser-Cache abzurufen. Im Reiter „Content Breakdown“ gibt es Kuchendiagramme. Aus diesen ist ersichtlich, welche Dateitypen wie viele Anfragen senden und den Speicherplatz, den sie einnehmen, in Prozent. Auch hier wird wieder zwischen „First View“ und „Repeat View“ unterschieden. Dasselbe gibt es noch einmal aufgeschlüsselt nach Domains im Reiter „Domain“.

Fazit

Es gibt zahlreiche weitere Online-Tools, um die Website-Geschwindigkeit zu messen. Letztendlich ist es Geschmackssache, welche man bevorzugt. Wichtig ist, dass das Werkzeug ausführliche Informationen bietet, wie man die Schnelligkeit verbessern kann.

Es bietet sich in jedem Fall an, mehrere Werkzeuge zu verwenden, um ein umfassendes Bild zu erhalten und etwaige Engstellen zu ermitteln. Hat man den oder die Übeltäter erst mal identifiziert, kann man gezielt dagegen angehen. Manche Faktoren werden jedoch vom Hoster beeinflusst, z. B. ob serverseitige Komprimierung angeboten wird oder .htaccess eingesetzt werden kann. Manches lässt sich auch auf der „Client“-Seite verbessern. Für beliebte CMS wie WordPress gibt es Plugins, um bestimmte Probleme zu beheben.

Dennoch sollte man sich nicht zu sehr auf besonders gute Testergebnisse versteifen. Manche Faktoren kann man selbst nicht beeinflussen oder der Aufwand würde den Nutzen bei Weitem übersteigen. Im Netz gibt es zahlreiche Websites mit grottenschlechtem PageSpeed-Wert, die trotzdem in einer gerade noch akzeptablen Zeit geladen werden.

Ist die eigene Website eine „lahme Ente“, lohnt es sich in jedem Fall, Verbesserungen vorzunehmen (oder vornehmen zu lassen), um (mobile) Nutzer nicht durch lange Ladezeiten zu verprellen. Wenn sich die Surfer wohlfühlen und nicht abspringen, hat das in jedem Fall positive Auswirkungen auf das Suchmaschinenranking.

 

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